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Ratgeber

Pipedrive mit Buchhaltung und DATEV verbinden

von Daniel Stoll /
Illustration: Kette aus drei Gliedern – Pipedrive, Buchhaltungssoftware und DATEV

Eine fertige direkte Verbindung zwischen Pipedrive und DATEV gibt es nicht — weder als eingebaute Funktion noch als App im Pipedrive Marketplace, und umgekehrt führt auch kein Partner im DATEV-Marktplatz eine Pipedrive-Anbindung. Über Integrationsplattformen und einen zusätzlichen Dienstleister geht es auch ohne Buchhaltungsprogramm, dazu weiter unten mehr. Meist führt der Weg für „Pipedrive DATEV" aber über eine Kette mit drei Gliedern: Pipedrive liefert die Verkaufsdaten, eine Buchhaltungssoftware macht daraus Rechnungen, und diese Software übergibt an DATEV.

Dieser Artikel zeigt, welche Buchhaltungsprogramme sich an Pipedrive anbinden lassen, über welchen DATEV-Datenservice sie weitergeben, was Integrationsplattformen wie Zapier, Make und n8n beitragen und welche Daten aus Pipedrive überhaupt in die Buchhaltung gehören. Stand der Angaben ist der 22. September 2026; Suchen in Marktplätzen und App-Verzeichnissen haben wir an diesem Tag durchgeführt, und sie können sich ändern.

Gibt es eine direkte Verbindung zwischen Pipedrive und DATEV?

Nicht als eingebaute Funktion und nicht als App im Pipedrive Marketplace. Die Rechnungsfunktion von Pipedrive lässt sich laut Hilfeartikel (abgerufen am 22. September 2026) „derzeit mit einem beliebten Rechnungsstellungs-Tool integrieren", und dieses eine Tool ist QuickBooks. DATEV taucht dort nicht auf. Eine Suche nach „DATEV" im Pipedrive Marketplace liefert nur Zufallstreffer mit ähnlichen Buchstaben, keine App, die DATEV im Namen oder in der Beschreibung führt.

Auf der anderen Seite sieht es genauso aus. Der DATEV-Marktplatz listet Software-Anbieter mit Schnittstellen zu DATEV. Eine Suche nach „Pipedrive" ergab dort einen einzigen Treffer: Fastdocs, einen Anbieter, dessen Testanmeldung über ein Pipedrive-Webformular läuft — keine Anbindung. Wenn Ihnen jemand eine „offizielle Pipedrive-DATEV-Schnittstelle" anbietet, lohnt deshalb die Frage, welche DATEV-Schnittstelle genau dahintersteht.

Warum führt der Weg über eine Buchhaltungssoftware?

Weil DATEV Belege und Buchungen erwartet, keine Verkaufsdaten — und weil die Anbindung an DATEVs Online-Schnittstellen selbst für den Eigenbedarf ein geprüftes Verfahren verlangt. Laut Hilfe des DATEV Developer Portals erfolgt jede Integration eines DATEV-Datenservices „im Rahmen eines Onboardings begleitet durch Berater der DATEV". Ein vereinfachtes Verfahren für den nur eigenen, nicht kommerziellen Gebrauch gibt es ausdrücklich nicht. Das erste Onboarding kostet 1.500 € zuzüglich Umsatzsteuer, verlangt ein DATEV-Testsystem und endet mit einer Abnahme durch DATEV.

Die Buchhaltungsprogramme, die sich an Pipedrive anbinden lassen, sind dagegen DATEV-Marktplatz-Partner. Geprüft hat DATEV dabei laut den Marktplatz-Einträgen, dass die übergebenen Daten fehlerfrei eingelesen werden; weitere Funktionen der Programme sind nicht Gegenstand der Prüfung. Warum DATEV für Cloud-Software die Online-APIs vorsieht und nicht die lokale Schnittstelle DATEVconnect, haben wir im Artikel DATEVconnect erklärt ausführlich beschrieben. Für Pipedrive heißt das: Die Arbeit mit DATEV erledigt das Buchhaltungsprogramm, und die Frage lautet nur noch, wie die Daten aus Pipedrive dorthin kommen.

Welche Buchhaltungsprogramme lassen sich an Pipedrive anbinden?

Für drei deutsche Programme gibt es eine App im Pipedrive Marketplace, für drei weitere nicht. Alle sechs haben einen eigenen Eintrag im DATEV-Marktplatz und übergeben an DATEV — nur über unterschiedliche Datenservices:

Programm App im Pipedrive Marketplace Übergabe an DATEV
sevdesk ja, von einem Drittanbieter Buchungsdatenservice und Rechnungsdatenservice 1.0
Lexware Office ja, von einem Drittanbieter Buchungsdatenservice und Rechnungsdatenservice 1.0
easybill ja, von einem Drittanbieter Rechnungsdatenservice 1.0
Billomat keine Buchungsdatenservice
FastBill keine Rechnungsdatenservice 1.0
BuchhaltungsButler keine Buchungsdatenservice

Die letzte Spalte ist wichtiger, als sie aussieht. Beim Rechnungsdatenservice 1.0 kommen Belege mit Belegdaten in DATEV an, und die Kanzlei bucht sie aus Buchungsvorschlägen. Beim Buchungsdatenservice kommen fertige Buchungen aus dem Buchhaltungsprogramm an — typisch, wenn Sie selbst buchen. Welcher Weg zu Ihnen passt, entscheidet also Ihre Kanzlei mit. Den Unterschied haben wir am Beispiel Lexware und DATEV im Einzelnen erklärt.

Die Apps legen je nach Anbieter Angebote und Rechnungen aus dem Deal an, teils automatisch, sobald ein Deal gewonnen ist, und melden teils den Bezahlstatus zurück; sie kosten eine eigene Monatsgebühr. Dazu kommt der Tarif des Buchhaltungsprogramms: Eine App für sevdesk braucht den API-Schlüssel von sevdesk, und die Schnittstelle gibt es erst ab dem Tarif Buchhaltung Pro, wie wir am Beispiel der sevDesk API beschrieben haben; bei Lexware Office ist die Schnittstelle dem Tarif XL vorbehalten. Für Billomat, FastBill und BuchhaltungsButler bleiben Integrationsplattformen oder die jeweilige API.

Was leisten Zapier, Make und n8n für DATEV?

Im App-Verzeichnis von Zapier gibt es keinen DATEV-Eintrag (Stand 22. September 2026); Make und n8n haben je einen Baustein, der über einen weiteren Dienstleister bis zu DATEV führt. Bei Make stammt der DATEV-Baustein von einem Dienstleister, bei dem Sie ein eigenes Konto brauchen. Dort verbinden Sie DATEV Unternehmen online oder DATEV Rechnungswesen per Anmeldung bei DATEV und können dann unter anderem Belege bereitstellen, Buchungsvorschläge erzeugen und Buchungen schreiben. Das ist der Weg über DATEVs Online-Schnittstellen; die Anmeldung bei DATEV läuft laut Dokumentation des Dienstleisters über den Berater-Login, Ihre Kanzlei ist also von Anfang an beteiligt.

Bei n8n gibt es einen von n8n geprüften Baustein eines anderen Dienstleisters, der die lokale Schnittstelle DATEVconnect über ein eigenes Gateway aus dem Internet erreichbar macht. Eingerichtet wird es vom IT-Partner der Kanzlei oder, bei DATEVasp, von DATEV. Es richtet sich damit vor allem an Kanzleien und Unternehmen mit eigener DATEV-Installation. Technisch ist das die Desktop-Schnittstelle, für die DATEV den Zugriff aus dem Internet nicht vorsieht (siehe den oben verlinkten Artikel zu DATEVconnect); das Gateway löst das über eine eigene Verbindung aus der DATEV-Umgebung heraus. Einen Eintrag im DATEV-Marktplatz haben wir für keinen der beiden Dienstleister gefunden; ob sie DATEVs Onboarding durchlaufen haben, geht aus ihren Seiten nicht hervor.

Für die Strecke Pipedrive → Buchhaltungsprogramm können die Plattformen die Lücke schließen, wenn ihr Baustein für das jeweilige Programm Rechnungen anlegen kann. Selbstverständlich ist das nicht: Der Zapier-Baustein für Lexware Office etwa lädt nur Belege hoch. Wie das im Einzelnen aussieht und wo die Grenzen liegen, zeigt der Artikel lexoffice mit Pipedrive verbinden.

Welche Pipedrive-Daten gehören in die Buchhaltung?

Die Angaben, die auf der Rechnung stehen müssen — nicht mehr. Welche das sind, legt § 14 Abs. 4 UStG fest, unter anderem: vollständiger Name und Anschrift von Leistendem und Empfänger, Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistenden, Ausstellungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Art der Leistung, Leistungszeitpunkt, das nach Steuersätzen aufgeschlüsselte Entgelt sowie Steuersatz und Steuerbetrag.

Aus Pipedrive kommt davon nur ein Teil, und zwar aus bestimmten Feldern. Bei Geschäftskunden gehören Firmierung und Anschrift an die Organisation, nicht an die Person, denn die Rechnung geht an das Unternehmen. Die Positionen kommen aus den Produkten am Deal mit Menge, Einheit und Preis. Der Deal-Wert allein reicht nicht, weil das Gesetz das Entgelt nach Steuersätzen aufgeschlüsselt verlangt. Und die Steuer tragen Sie in Pipedrive laut Hilfe zu Produkten am Deal von Hand ein, entweder am Produkt oder beim Hinzufügen zum Deal.

Ein Feld fehlt unter den Standardfeldern der Organisation: die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Kunden. Bei sonstigen Leistungen an Unternehmen im EU-Ausland mit Steuerschuld des Empfängers und bei innergemeinschaftlichen Lieferungen muss sie laut § 14a Abs. 1 und 3 UStG aber auf der Rechnung stehen. Pipedrive rät in der Anleitung zur QuickBooks-Integration, ein vorhandenes eigenes Feld dafür zu verwenden, und manche Marketplace-Apps legen dafür ein eigenes Feld an der Organisation an. Rechnungsnummer, Leistungsdatum und Sachkonto entstehen dagegen im Buchhaltungsprogramm; Notizen, Aktivitäten und Pipeline-Stufen haben dort nichts verloren.

Was kann die eingebaute Rechnungsfunktion von Pipedrive?

Sie legt Rechnungen im Deal an; erzeugt und verschickt werden sie aber in QuickBooks. Laut der Anleitung zur QuickBooks-Integration erstellen Sie die Rechnung im Deal und schicken sie mit „Create invoice" an QuickBooks; versendet wird sie von dort. Die Integration funktioniert nur mit QuickBooks Online. Ihr Vorteil: Der Rechnungsstatus — offen, bezahlt, überfällig — wird zurück nach Pipedrive gespiegelt.

Für den deutschen Markt hilft das wenig, solange Ihre Buchhaltung und Ihre Kanzlei nicht mit QuickBooks arbeiten. Zu E-Rechnungen, XRechnung oder ZUGFeRD sagt die Pipedrive-Hilfe nichts. Und die Dokumentenfunktion Smart Docs erstellt laut Pipedrive Angebote, Kostenvoranschläge und Verträge, keine Rechnungen. „Pipedrive Buchhaltung" bedeutet für Unternehmen in Deutschland deshalb in der Praxis: ein deutsches Buchhaltungsprogramm anbinden. Welche Wege es vom gewonnenen Deal zur fertigen Rechnung gibt, haben wir unter Rechnungen aus Pipedrive erstellen zusammengestellt.

Wie finden Sie den passenden Weg?

Fangen Sie bei der Kanzlei an, nicht bei Pipedrive. Drei Fragen, in dieser Reihenfolge, grenzen die Auswahl zuverlässig ein:

  1. Welchen DATEV-Datenservice will Ihre Kanzlei? Bucht sie selbst, genügt meist der Rechnungsdatenservice 1.0; buchen Sie selbst, braucht es den Buchungsdatenservice. Das schränkt die Tabelle oben bereits ein.
  2. Setzen Sie eines der Programme schon ein? Dann ist die Frage nur noch, ob es dafür eine Pipedrive-App gibt oder eine Plattform die Lücke schließt. Die Buchhaltung wegen des CRM zu wechseln, sollten Sie erst erwägen, wenn beides nicht trägt.
  3. Wie viel soll automatisch laufen? Manche Apps erzeugen Rechnungen per Knopfdruck, andere von selbst beim gewonnenen Deal. Eine Plattform ist freier, braucht aber Pflege.

Beim Durcharbeiten der Suchergebnisse für diesen Artikel fiel uns auf, dass nicht alles, was unter „Pipedrive DATEV" auftaucht, dasselbe meint. Ein Anbieter führte eine Seite „Pipedrive-Rechnung zu DATEV", die inzwischen nicht mehr erreichbar ist — gemeint war der automatische Abruf der eigenen Pipedrive-Abo-Rechnungen, nicht die Übergabe von Kundenrechnungen aus Deals. Ob ein Angebot Ihre Kundenrechnungen an DATEV bringt, erkennen Sie an einer einzigen Frage: über welchen DATEV-Datenservice.

Bleibt der eigene Weg: Wer DATEVs Online-Schnittstellen selbst ansprechen will, braucht das Onboarding, einen Datenservice, der zu den Daten passt, und eine Antwort darauf, wer gegenüber DATEV Vertragspartner ist. Offen gesagt: Wir entwickeln selbst eine solche direkte Anbindung, den DATEV Connector. Er ist noch nicht verfügbar, frühestens 2027, und muss dasselbe Verfahren bei DATEV durchlaufen wie jede andere. Für die meisten Unternehmen bleibt der Weg über ein Buchhaltungsprogramm ohnehin der naheliegende, weil die Kanzlei damit bereits arbeitet. Wenn Sie klären wollen, welcher Weg für Ihren Vertrieb und Ihre Kanzlei passt, beschreiben Sie uns kurz, wie aus einem gewonnenen Deal heute eine Rechnung wird.